Originale Cosel-Briefe
für Burg Stolpen

Wer schreibt, der bleibt... Briefe der Gräfin Cosel

Im Sommer 2026 erhielt das Museum der Burg Stolpen eine private Schenkung eines Konvolutes von insgesamt fünf originalen Briefen der Gräfin Cosel aus den Jahren 1712 bis 1748. Vier dieser Briefe entstanden hier in Stolpen und kehren nun an den Ort ihrer Entstehung zurück. Die Briefe behandeln unterschiedliche Themen aus dem Alltag der Gräfin Cosel. Beispielsweise enthalten sie eine Schuldnachforderung, Aussagen zum Erbe der Mutter der Cosel aber auch eine allgemeine Aussage zum Gemütszustand in der Verbannung in Stolpen können aus den Briefen herausgelesen werden.

Originale historische Exponate helfen uns, die Geschichte unseres Hauses und auch die Landesgeschichte besser zu verstehen und zu vermitteln. Wir freuen uns über diese Schenkung und sind sehr dankbar.

Öffentliche Präsentation im Oktober 2026

Die Briefe werden in einer temporären Präsentation im Coselturm vom 9. Oktober bis zum 25. Oktober 2026 zu sehen sein. In diesem Turm - ursprünglich der Johannisturm - finden Sie die Ausstellung zur Geschichte der Gräfin Cosel. Im Oktober werden die Briefe in einer kleinen Vitrine temporär zu sehen sein, ehe sie wieder in professionelle Verwahrung in unserem Museumsdepot kommen. Papier ist empfindlich und die klimatischen Bedingungen unserer wild-romantischen Teilruine von Schloss Stolpen nicht ganz so optimal für diese fragilen historischen Exponate. Nutzen Sie diese einmalige Chance. 

Briefe - Kommunikation im 18. Jahrhundert...

Wie haben Menschen im achtzehnten Jahrhundert kommuniziert? Es gab kein Telefon, keinen Messenger-Dienst, kein Social-Media, keine Chat-groups... Die Antwort liegt auf der Hand: Briefe waren eines der wichtigsten Kommunikationsmittel. Es verwundert daher nicht: Gräfin Cosel war eine fleißige Briefeschreiberin. Auch in der Verbannung in der Burg Stolpen regelte sie ihr Leben und ihre Geschäfte vornehmlich per Brief. Vieles, was wir über die Gräfin heute wissen, wissen wir aus diesen Briefen. Näher kann man ihr heute kaum noch kommen. 

Aber Vorsicht: ihre Briefe wurden ständig überwacht, kontrolliert und zensiert. Es ist also nicht ganz so einfach, uns ein Urteil über ihre Person zu erlauben, wie es auf den ersten Blick scheint.