Gleich zu Beginn des Ausstellungsrundganges erfahren unsere Gäste in einem neuen Ausstellungs-Entree, dass die Burg Stolpen eigentlich ein herrschaftliches Schloss war. Im Marstall zeigt ein großes Modell, wie die Anlage einst im achtzehnten Jahrhundert ausgesehen haben könnte. Großformatige Illustrationen, Hörstationen und Hands-On-Module berichten von den wichtigsten historischen Begebenheiten, die in der Schlossanlage stattfanden.
Willkommen im Schloss Stolpen

Das verschwundene Schloss Stolpen wird wieder sichtbar
Im 13. Jahrhundert stand auf dem Stolpener Vulkan eine slawische Burg. Die Meißner Bischöfe übernahmen die Anlage im 14. Jahrhundert und bauten sie zu ihrer Hauptresidenz im gotischen Stil aus. Um 1560 übernahmen Kurfürst „Vater“ August und seine Gemahlin „Mutter“ Anna die Anlage und ließen sie zu einem prächtigen Renaissance-Schloss erweitern. Diese Anlage ließen die sächsischen Herrscher nicht zuletzt aus Geldmangel nach dem Siebenjährigen Krieg verfallen, bereits Gräfin Cosel bemängelte in den späteren Jahren die zahlreichen Schäden an den Dachstühlen des Hochschlosses. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts sprach man vom „Schloss Stolpen“.

Ein "Schloss" verschwindet, eine "Burg" erscheint
Bis in die dreißiger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts ist die Anlage in Stolpen unter dem Namen „Schloss Stolpen“ bekannt. Postkarten der Teilruine zeugen davon. Stolz prankt darauf das Label über den Resten der Anlage: "Schloss Stolpen". In dieser Zeit finden hier auch umfangreiche Sicherungsmaßnahmen und Bauarbeiten statt - Stolpen wird "aufgerüstet". In den folgenden Jahrzehnten setzt sich der Begriff „Burg Stolpen“ durch, die Anlage ist unter diesem Begriff weithin bekannt. Auch die Form der Teilruine erinnert an eine Burg, Kind und Kegel sind überzeugt: wir sind hier in einer mittelalterlichen Burg. In diesem Lichte wuchs die Bekanntheit der historischen Anlage. "Burg Stolpen" ist heut ein bekanntes und beliebtes Ausflugsziel.